Schleiereule

Schleiereule-Steckbrief: Gespenstischer Jäger

Die Schleiereule zählt zu den häufigsten Eulen Deutschlands und ist obendrein nicht gerade unauffällig. Mit ihrem hellen Federkleid und dem markanten herzförmigen Gesicht, ist sie den meisten Deutschen ein Begriff. Das kommt besonders daher, dass sie aus den meisten ländlichen Siedlungen nicht wegzudenken ist.

Ihr Nest, das bevorzugt in Scheunen, Ställen oder Kirschtürmen angelegt wird, ist damit vor allem in Menschennähe zu finden. Und die Freundschaft beruht auf Gegenseitigkeit. Viele Landwirte schätzen den Vogel besonders als geschickten Mäusejäger und versehen ihre Scheunen oft sogar mit speziellen Eulenlöchern, um ihm leichten Zugang zu gewehren.

Durch die enge Beziehung rankt sich auch viel Aberglaube um die Eule. Sie gilt einerseits als Schutzpatron, der den Hof vor Unheil wie Feuer oder Blitzen bewahrt. Ihr unheimliches Aussehen hat aber wahrscheinlich auch zu vielen Gespenstergeschichten beigetragen. Sie wird außerdem häufig in Magie involviert. Und selbst um ihren Ruf ranken sich entsprechende Mythen. Er soll je nach Ort nämlich entweder eine Geburt oder einen baldigen Tod ankündigen.

In unserem Schleiereule-Steckbrief erfahren Sie, wie Sie die Schleiereule erkennen, anlocken und mit einem Schleiereulenkasten unterstützen können.

Steckbrief

Wissenschaftlicher Name: Tyto alba

Familie: Schleiereulen (Titonidae)

Weitere Namen: /

Vorkommen: Europa, Amerika, Afrika, Asien, Australien

Artbestand: Ungefährdet

Lebenserwartung: 20 Jahre

Größe: 35cm

Gewicht: 300 – 400g

Paarungszeit: März – Juni

Brutzeit: April – Juni

Zugverhalten: Standvogel

Beobachtungszeit: ganzjährig

Lebensraum: baumarme ländliche Siedlungen

Brutplatz: Höhlenbrüter (Baum, Dachboden, Kirchturm, Schleiereulenkasten)

Nahrung: Vögel, Mäuse, Amphibien, Insekten

Feinde: Klimawandel, Parasiten, Infektionskrankheiten, Pestizide, Insektizide, Uhu, Eulen, Sperber, Habicht, Marder, Krähen

Aussehen

Als Vertreter der Eulen ist die Schleiereule groß und majestätisch. Sie hat daher entsprechend lange Beine und Flügel mit einer Spannweite von 85-95cm. Der Schwanz ist im Vergleich zum Körper auffällig kurz.

In der Nacht ist die Schleiereule mit ihrer hellen Farbe gut sichtbar. Ihre dunkel funkelnden Augen blicken Beobachtern aus einem hellen herzförmigen Gesichtsschleier entgegen. Ihr Rücken ist goldbraun, das mit kleinen grauen Flecken durchzogen ist.  Der Bauch ist einfarbig weiß oder hellbraun. Auch der hellgelbe Schnabel und die hornfarbenen Krallen mit ihren federlosen graubraunen Zehen fügen sich nahtlos in die blasse Farbpalette ein.

Männchen vs. Weibchen

Männliche und weibliche Schleiereulen sehen sich sehr ähnlich. Das Männchen hat allerdings ein etwas dunkleres Federkleid. Das Weibchen ist dagegen ein bisschen größer.

Jungvögel

Die Jungvögel der Schleiereule öffnen ihre Augen acht Tage nach der Geburt. Sie sind dann zuerst blau und werden nach und nach dunkler. Auch ihr Federkleid verändert sich. Nach der Geburt haben sie zuerst kurze weiße Federn mit einem kahlen Hals. Haben Sie ein Alter von 12 Tagen erreicht, dann wächst ihnen ein längeres, dichteres Federkleid. Der Rücken ist dabei grau und der Bauch gelb. Der Schnabel der Schleiereulen-Jungvögel ist zunächst rosa, das zunehmend grauer wird. Auch die Zehen sind ein gelbliches rosa, das bis zum Ausfliegen immer grauer wird.

Wie klingt der Schleiereule-Ruf?

Hier ein Video, in dem Sie sich den Ruf der Schleiereule anhören können:

Der passende Schleiereulenkasten

 

Schleiereulen-Webcam

Sie besitzen selbst noch keinen Schleiereulenkasten oder haben in Ihrem ganz einfach keine Nistkastenkamera? Dann können Sie sich natürlich auch einen Nistkasten-Livestream aus einem anderen Eulenkasten ansehen. Auf diese Weise wissen Sie genau, was Sie erwartet.

Hier ein Livestream einer Schleiereulen-Webcam des Naturschutzzentrums Coesfeld von 2021:

Die Schleiereulen-Webcam hat Sie auf die Idee gebracht, sich selbst einen Nistkasten mit Kamera zuzulegen? Dann statten Sie den passenden Schleiereulenkasten doch ganz einfach mit einer Nistkastenkamera aus. Mehr Infos erhalten Sie hier.

 

Das war es fürs erste mit unserem Schleiereule-Steckbrief. Wir hoffen, wir konnten Ihnen dabei helfen, die beliebte Eule zu erkennen und sie tatkräftig zu unterstützen.