Nistkasten kaufen

Nistkasten kaufen: Vergleich & Empfehlungen (11/2021)

Immer mehr unserer einheimischen Wildvogelarten sind in der Natur immer seltener anzutreffen. Mit dem Aufstellen von einem Vogelfutterhaus und einer dazugehörigen Vogeltränke ist es mittlerweile allerdings längst nicht mehr getan. Auch beim erfolgreichen Nisten ist als aktiver Artenschutz unsere Unterstützung gefragt. Viele Vogelfreunde mit Garten entscheiden sich daher, auch zum Nistkasten kaufen. Vogelarten, die in unseren Gärten am häufigsten vorkommen und mit einer Nisthilfe unterstützt werden können, sind Meisen, Spatzen und Amseln. Auch seltenere Vögel wie Rotkehlchen, Zaunkönige und Kleiber lassten sich mit einem Vogelhaus anlocken. Wem das noch nicht genügt, der kann mit Spezialkästen auch versuchen Mehl- und Rauchschwalben, Mauersegler und weitere seltene Wildvögel den heimischen Garten schmackhaft zu machen.

Wie Sie sehen, reicht einfach irgend einen Nistkasten kaufen, damit nicht aus, damit die gewünschte Vogelart den Anflug beginnt. Jeder Wildvogel erfordert die richtige Nistkarten-Art. Welche davon die richtige ist, richtet sich danach, ob es sich um Halbhöhlenbrüter oder Höhlenbrüter handelt und welches Einflugloch erforderlich ist. Auch der richtige Standort zum Aufhängen und die richtige Pflege sollten nicht außer Acht gelassen werden. Nur so kann am Ende sichergestellt werden, dass der Nistkasten nicht einfach leer bleibt.

Mit diesem Ratgeber finden Sie heraus, wie Sie den richtigen Nistkasten kaufen und die gewünschte Vogelart in Ihren Garten locken.

Warum sind Nistkästen notwendig?

Neben der Futtersuche haben unsere Wildvögel heutzutage zunehmend Probleme einen passenden Brutplatz zu finden. Das Aufstellen von Nistkästen ist daher zu einem festen Bestandteil des Vogelschutzes geworden. Als solcher rufen diverse Vogelschutz-Institutionen immer wieder dazu auf, in unserem Garten Bruthilfen anzubringen. Doch warum benötigen unsere heimischen Vögel beim Brüten und der Aufzucht ihrer Jungvögel so dringend unsere Hilfe?

Nistkasten kaufen ist aktiver Artenschutz

Besonders in Städten und Siedlungen verzeichnet die Deutsche Wildtier Stiftung einen immer größeren Mangel an Nistgelegenheiten. Früher konnten Sie ihre Brutplätze problemlos im Unterholz, in morschen Bäumen, Mauerspalten oder unter Dächern anlegen. Durch die Landwirtschaft wird ihr natürlicher Lebensraum aber zunehmend weiter eingeschränkt. Auch der moderne Wohnungsbau mit seiner glatten, energieeffizienten Bauweise und immer pflegeleichtere Gärten bietet ihnen immer weniger Unterschlupf.

Mit einer künstlichen Nisthilfe kann dem Abhilfe geschaffen werden. Sie dient in der warmen Jahreszeit als Brutplatz zur Aufzucht der kleinen Jungvögel. Auch im Winter ist sie alles andere als nutzlos. Hier müssen unsere Wildvögel stetig eine Körpertemperatur von 39 bis 42 Grad aufrecht erhalten. Ohne Unterschlupf kostet sie das viel Energie, wodurch Körperfett verbrannt wird. Sie nehmen daher immer weiter ab und werden zunehmend geschwächter. Aus diesem Grund suchen viele Vögel nach einem warmen Unterschlupf oder bauen sich sogar Winternester. Ein Nistkasten dient zu dieser Zeit als warme Schlafstube, die Leben rettet.

Vogelbeobachtung als entspannendes Hobby

Doch nicht nur für unsere Vögel bietet ein Nistkasten viele Vorteile. Schließlich macht das Beobachten der einziehenden Vögel jede Menge Spaß und bietet Ihnen einmalige Einblicke in ihren Alltag. Die Versorgung der kleinen Vögelchen ist auch für Kinder ganz besonders spannend. Auch sie können sich so mit Wildtieren und ihrer natürlichen Lebensweise vertraut machen. Das Interesse am Naturschutz kann so schon in jungen Jahren geweckt werden.

Welche Arten von Nistkästen gibt es?

Wer sich einmal auf die Suche nach einem Nistkasten macht, der merkt schnell: Die Auswahl ist wirklich riesig. Und Sie haben die Qual der Wahl, bei der wir Ihnen gerne behilflich sind. Welche Art Nistkasten Sie benötigen, richtet sich zuerst nach den Brutvorlieben des Vogels, den Sie darin beherbergen wollen. Hier finden Sie daher eine Übersicht darüber, welche Arten von Nistkästen überhaupt erhältlich sind und für welche Brutgewohnheiten sie vorgesehen sind.

1. Höhlenbrüter-Nistkasten

Die wohl häufigste Nistkastenart ist der Höhlenbrüter-Nistkasten. Wie der Name bereits vermuten lässt, ist er geeignet für Vögel, die in geschlossenen Höhlen brüten. Ihre Nester befinden sich beispielsweise in Baumhöhlen oder unter dem Dach. Da hierzu die weit verbreiteten Meisen zählen, wird er auch als Meisenkasten bezeichnet.

Ein Höhlenbrüter-Nistkasten ist vollständig geschlossen. Die einzige Öffnung ist ein meist rundes Einflugloch in der Front. Seine Größe und Form sowie die Grundmaße des Kastens bestimmen, für welche Vogelart die Nisthilfe letztendlich geeignet ist. Idealerweise sollte der Vogel geradeso hineinpassen, aber klein genug sein, dass keine Feinde eindringen können.

Mögliche Untermieter in einem solchen Nisthilfe sind beispielsweise die Blaumeise, die Kohlmeise, der Kleiber, der Star oder der Sperling.

2. Halbhöhlenbrüter-Nistkasten

Ein Halbhöhlenbrüter-Nistkasten kommt etwas seltener vor. Er ist auf Vögel ausgelegt, die zu den Halbhöhlenbrütern bzw. Nischenbrütern zählen. Sie nisten in der Natur bevorzugt in offenen Höhlen bzw. Nischen. Das können beispielsweise Baumhöhlen oder Felsspalten sein. Um ihnen das gewohnte Quartier anzubieten, gibt es zwei Optionen:

Klassischer Halbhöhlenbrüter-Nistkasten

Der klassische Halbhöhlenbrüter-Nistkasten hat eine halb offene Front. Das bedeutet allerdings, dass die Jungvögel für Feinde leicht zu erreichen sind. Da diese Art Nistkasten daher häufig ausgebeutet wird, ist sie im Vogelschutz heute weniger üblich.

Geschlossener Nistkasten mit 2 Einfluglöchern

Anstelle eines unsicheren klassischen Halbhöhlenbrüter-Nistkastens wird mittlerweile meist ein geschlossener Nistkasten mit zwei ovalen Einfluglöchern in der Front genutzt. Auf diese Weise ist die Nisthilfe weiterhin offen genug, um für Halbhöhlenbrüter attraktiv zu sein. Gleichzeitig bietet er aber auch genügend Schutz vor Freinden. Dass die Jungvögel überleben, ist damit wahrscheinlicher.

Vögel, die in einem solchen Nistkasten unterkommen, sind beispielsweise das Rotkehlchen oder das Rotschwänzchen.

3. Freibrüter-Nisthilfe

Freibrüter brüten unter freiem Himmel und nehmen daher in der Regel keinen klassischen Nistkasten an. Trotzdem können Sie sie im Garten unterstützen. Als Nistplatz ist für sie eine dicht gewachsene Hecke besonders gut geeignet. Hat diese außerdem noch Dornen und bietet Schutz vor Feinden, dann umso besser. Ein weiterer Bonus ist, wenn Beeren darin wachsen, die als einfacher Futterlieferant dienen. Eine ideale Wahl ist somit eine immergrüne, mit Beeren durchwachsene Dornenhecke. Mögliche Pflanzen sind hier der Weißdorn oder der Schlehdorn. Ist diese Hecke neu gepflanzt und muss noch wachsen, dann können Sie auch einen Haufen aus Zweigen und Ästen als Nistplatz anbieten. Dieser sieht allerdings im Garten nicht unbedingt besonders ansprechend aus.

Auch hier sind im Handel als Alternative künstliche Freibrüter-Nisthilfen erhältlich. Eine davon ist eine Nisttasche, bei der es sich um eine bereits fertig geflochtene Höhle handelt. Eine weitere Option ist ein Nistkorb. Dieser wird in einem Baum oder Busch angebracht, sodass die Vögel nur noch ihr Nest hineinbauen müssen. Beide Optionen sind für Feinde jedoch leicht zugänglich. Auf Dauer ist eine Hecke daher besser geeignet.

Ein typischer Freibrüter ist beispielsweise die Amsel, der Dompfaff oder die Heckenbraunelle.

4. Spezialnistkasten

Nicht für jede Vogelart kann man einen klassischen Nistkasten kaufen. Wollen Sie auch ihnen ein Zuhause in Ihrem Garten, dann sind spezielle Nisthilfen erforderlich. Beispiele für Vögel, die einen speziellen Nistkasten erfordern, sind der Mauersegler, die Rauchschwalbe oder der Waldkauz. Auch für den Zaunkönig gibt es spezielle Nistkugeln im Handel.

 

FAQ – Häufig gestellte Fragen

Bis wann kann man Nistkästen aufhängen?

Ein Nistkasten sollte möglichst schon im Herbst zu Beginn der kalten Jahreszeit aufgehangen werden. Auf diese Weise haben interessierte Vögel genügend Zeit, sich an ihn zu gewöhnen. Gleichzeitig bietet er ihnen so ein warmes Winterquartier. Vögel müssen auch im Winter ihre ideale Körpertemperatur von 39 bis 42 Grad halten. Das kostet sie viel Energie, wodurch sie entsprechend abnehmen. Sie können daher immer kürzere Wege zur Futtersuche zurücklegen und es besteht die Gefahr, dass sie nicht genügend Nahrung finden. Können Sie sich in einem warmen Nistkasten einkuscheln, dann sparen sie diese Kraft.

Können Sie den Nistkasten nicht schon im Herbst aufhängen, dann sollte er spätestens zur Brutsaison im Frühjahr bereit sein. Viele Vögel gehen bereits ab Februar auf die Suche nach einem geeigneten Brutplatz. Die tatsächliche Brutzeit beginnt bei den meisten jedoch erst im März.

Ab Mitte März sinken die Chancen, dass die neue Nisthilfe noch im selben Jahr zur Brut genutzt wird. In diesem Fall müssen Sie darauf hoffen, dass sie von widerkehrenden Zugvögeln wie dem Trauerschnäpper entdeckt wird. Manchmal kommt auch vor, dass ein Gartenvogel für seine zweite oder dritte Brut in einen anderen Nistkasten umzieht.

 

Soll man Nistkästen reinigen?

Auch Nistkästen sollte man ebenso wie Futterhäuser und Tränken regelmäßig reinigen. Zum einen sollten Sie dabei das alte Nest entfernen, um Platz für ein neues zu schaffen. Zum anderen werden dabei Parasiten wie Flöhe, Milben, Zecken oder Lausflöhe entfernt. So wird verhindert, dass sie auch den nächsten Bewohner befallen können.

Eine Kontrolle während der Brutsaison und der aktiven Nutzung im Winter sollte allerdings vermieden werden. Die Reingigung kann damit zwei mal im Jahr erfolgen. Im September, wenn die Brutsaison beendet und bevor die nächste Belegung für den Winter im Herbst beginnt. Verpassen Sie diesen Termin, dass ist die Säuberung auch Ende Februar möglich. Zu dieser Zeit sollten keine Tiere mehr darin überwintern. Auch die Brutsaison hat für die meisten Vögel noch nicht begonnen.

Vor Überraschungen kann man allerdings nie ganz sicher sein. Klopfen Sie daher vor der Reinigung vorsichtig an, um eventuell im Nistkasten hausenden Tierchen wie Mäusen Zeit zur Flucht zu geben.Ist die Luft rein, dann sollten Sie sich zunächst Handschuhe anziehen. So verhindern Sie, dass die Parasiten auch an Ihnen Geschmack finden können. Entfernen Sie anschließend das alte Nest aus dem Nistkasten. Danach muss der Boden wenn nötig nur noch abgebürstet werden. Bei einer starken Verschmutzung können Sie den Kasten auch mit Wasser und Sodalauge ausspülen. Chemische Reinigungsmittel und Insektenspray sollten allerdings nicht zum Einsatz kommen.