Vögel füttern, aber richtig: Die große Checkliste

Vögel füttern, aber richtig

Das Motto “Vögel füttern, aber richtig” ist unter Vogelfreunden mittlerweile in aller Munde. Und das ist auch gut so. Vogelfutterhäuser sind schließlich ein wichtiger Beitrag zum Schutz unserer heimischen Vogelarten. Sie unterstützen unsere Vögel im Garten und auf dem Balkon bei der lebenswichtigen Nahrungssuche.

Und diese ist mittlerweile nicht nur im Winter, sondern auch im Sommer immer komplizierter. Durch die zunehmende Bebauung des natürlichen Lebensraumes und den Einsatz von Insektenvernichtern werden natürliche Futterquellen nämlich immer knapper. Zusätzliche Unterstützung wird von Ihren Gartenbesuchern daher dankend angenommen.

Ein Vogelfutterhäuschen ist somit ein wichtiger Beitrag zum Vogelschutz. Gleichzeitig können Sie damit die putzigen Vögelchen in Ihren Garten locken und beobachten. Das finden nicht nur Erwachsene, sondern auch Kinder sehr spannend.

Leider können Ihnen dabei allerdings auch einige Fehler unterlaufen. Diese können verhindern, dass Vögel Ihren Garten besuchen, sich darin wohl fühlen oder sogar gefährlich für Ihre kleinen Gäste sein.

Hier finden Sie die 10 wichtigsten Tipps zum Vögel füttern, die Sie beachten sollten. Arbeiten Sie diese Checkliste ab, dann werden auch sie der Devise “Vögel füttern, aber richtig” gerecht.

1. Garten vogelfreundlich gestalten

Ist Ihr Garten nicht vogelfreundlich, dann kann Ihr Wunsch nach Gartenvögeln noch so sehnlich sein; er wird wahrscheinlich nicht erhört werden. Haben Sie einen pflegeleichten Garten mit viel Beton und Kies, dann fühlen sich die kleinen Besucher einfach nicht willkommen. Schließlich haben sie dort nirgendwo die Möglichkeit, Unterschlupf vor Feinden zu finden, um in Ruhe Ihre Leckereien zu verspeisen.

Um Vögel anzuziehen, sollte Ihr Garten daher möglichst naturnah gestaltet sein. Hier sind beispielsweise Hecken, Sträucher und alte Bäume in einigen Metern Abstand zum Futterhaus sehr vorteilhaft. Sie bieten den Tierchen eine natürliche Rückzugsmöglichkeit. Gleichzeitig schaffen Sie damit Nistplätze und einen natürlichen Lebensraum für Insekten, die eine zusätzliche Futterquelle für unsere Gartenvögel darstellen.

2. Mehrere Futterstellen anbieten

Genauso groß wie die Liste der Vogelarten, die uns besuchen, ist auch die Bandbreite ihrer Vorlieben. Nicht alle davon sind daher mit nur einer einzelnen Futterstelle abdeckbar. Stellen Sie nur ein einziges Vogelfutterhäuschen auf, dann werden einige Arten mit Sicherheit zu kurz kommen.

Viele unserer heimischen Vögel bevorzugen ein offenes Futterhäuschen. Das ist also durchaus schon mal ein guter Anfang. Manche fressen allerdings auch lieber in der Luft. Um verschiedene Fresspräferenzen abzudecken, können Sie daher noch zusätzlich ein Vogelfuttersilo oder Meisenknödel aufhängen. An ihnen können die kleinen Vögel in Ruhe in der Luft hängen und sich den Bauch vollschlagen.

So gibt es außerdem ein größeres Futterangebot, falls es einmal zu Streitigkeiten kommen sollte.

3. Verschiedene Sorten Vogelfutter anbieten

Die verschiedenen Präferenzen unserer Gartenvögel spiegeln sich natürlich auch im Vogelfutter wider, das sie gerne fressen. Grob gesagt sind unsere Wildvögel in Körnerfresser, Weichfutterfresser und Allesfresser unterteilbar.

Körnerfresser fressen bevorzugt Körner und Sämereien. Beispiele hierfür sind der Dompfaff oder der Spatz. Weichfutterfresser verspeisen dagegen in erster Linie Weichtiere und Früchte. Zu ihnen zählen u.a. Rotkehlchen und Schwalben. Die letzte Kategorie, die Allesfresser, sind eine Mischung der beiden und ernähren sich sowohl von Körnern und Samen als auch von Weichtieren. Hierzu gehören z.B. die Blaumeise und der Buntspecht.

Auch die Größe des angebotenen Vogelfutters ist wichtig. Haben Vögel kleine, zierliche Schnäbel, dann können sie nämlich keine großen Körner knacken. Hinzu kommt, dass verschiedene Arten natürlich unterschiedliches Futter als ganz besonderes Leckerli bevorzugen.

Wollen Sie also sichergehen, dass eine große Bandbreite heimischer Vögel versorgt wird, dann sollten Sie verschiedene Sorten von Vogelfutter mit Körnern in unterschiedlicher Größe anbieten. Diese können Sie entweder selbst zusammenstellen oder eine fertige Wildvogel-Futtermischung nutzen.

4. Artgerechtes Futter nutzen

Wie bei allen Tieren gilt natürlich auch für unsere Wildvögel, dass sie nicht alles vertragen. Egal welche Futtersorte von den Vögeln in Ihrem Garten bevorzugt wird; manches ist daher ein striktes Tabu.

Zu nicht artgerechtem Futter zählen beispielsweise Essensreste und gewürzte bzw. gesalzene Speisen. Noch weniger bekannt ist, dass auch Brot, roher Reis und Grieß für Vögel ungeeignet sind. Sie können im Magen der Tiere aufquellen und damit große Probleme verursachen.

5. Hochwertiges Vogelfutter kaufen

Ist das gekaufte Vogelfutter sehr günstig, dann sollten Sie davon ausgehen, dass die Qualität minderwertig ist. Viele billige Vogelfutter-Sorten enthalten einen hohen Anteil an Kernen, die nur für einige Vogelarten (vor allem Körnerfresser) geeignet sind. Gleichzeitig enthalten sie zu viele billige Füllstoffe. Die üblichen Verdächtigen sind hierbei meist Weizen, getrockneter Reis, Linsen, Erbsen oder ganzer Hafer. Sie dienen vor allem dazu, die Menge zu strecken und haben nur einen sehr geringen Nährwert.

Von unseren heimischen Vögeln werden sie daher meist aussortiert und aus dem Vogelfutterhäuschen geworfen. Das bedeutet für Sie natürlich entsprechend mehr Putzen. Gleichzeitig kann in den warmen Monaten dadurch ungewünschtes Getreide im Garten sprießen.

Sie sollten daher hochwertiges Vogelfutter kaufen, das von Ihren Gartenvögeln tatsächlich gefressen wird.

6. Vogelfutterhaus ausreichend befüllen

Vergesslichkeit ist bestimmt jedem bekannt. Mal verlegen wir unsere Schlüssel, ein anderes Mal vergessen wir unsere Jacke Zuhause oder eben das Vogelfutterhäuschen aufzufüllen. Das kann natürlich allen mal passieren.

Wird es allerdings zu häufig, dann lernen Ihre Gartenvögel, dass das Futterangebot an Ihrer Futterstelle unzuverlässig ist. Da der Weg in den Garten oft beschwerlich ist und sich daher lohnen muss, werden sie so dauerhaft eine verlässlichere Nahrungsquelle aufsuchen. Ihr Garten oder Balkon wird dann nicht mehr besucht werden.

Achten Sie daher darauf, das Vogelfutter regelmäßig aufzufüllen.

7. Vogelfutter richtig lagern

Vogelfutter ist recht lange haltbar. Das gilt allerdings nur, wenn es auch richtig gelagert wird. Die Aufbewahrung sollte daher an einem möglichst kühlen, dunklen Ort erfolgen. Das kann beispielsweise Ihr Keller oder auch ein Gartenhaus sein.

Zusätzlich sollte die Futtertüte gut verschlossen sein. Ist sie das nicht, kann es schnell zum Schädlingsbefall kommen.

8. Vogelfutterhaus regelmäßig reinigen

Wie bei uns Zuhause gilt auch beim Vogelhäuschen: Sauberkeit ist das A und O. Es muss daher regelmäßig gereinigt werden, da es ansonsten schnell zu Krankheiten kommen kann. Diese könnten im schlimmsten Fall auch auf andere Besucher übergreifen.

Um das zu verhindern, sollte nasses und mit Kot beschmutztes Futter in einem offenen Vogelfutterhaus täglich entfernt werden. Es ist daher hilfreich, von vornherein nur so viel zu füttern, wie tatsächlich gefressen wird. Zusätzlich sollten Sie die Futterstelle einmal wöchentlich grob reinigen. Obendrein ist alle 2-3 Wochen ein gründliches Abbürsten und Abspülen des Vogelhauses mit warmem Wasser notwendig.

Wer seine Arbeit minimieren will, der kann sich auch für ein Vogelfuttersilo entscheiden. In ihm bleibt das Vogelfutter trocken und sauber. Auch dieses muss allerdings regelmäßig gereinigt werden.

9. Vogelfutterhaus geschützt aufstellen

Im Grunde handelt es sich bei Ihrem Futterplatz um einen ständig gedeckten Tisch. Und den finden natürlich nicht nur Vögel interessant. Auch Ratten, Mäuse und Eichhörnchen bedienen sich daran nur allzu gerne. Dabei bleibt für unsere Gartenvögel schnell nichts mehr übrig. Fressfeinde wie Katzen oder Marder können sich ohne ausreichenden Schutz außerdem direkt an Ihren Vogelgästen selbst als Mahlzeit bedienen.

Ihr Vogelhäuschen sollte daher an einem sicheren, gut überschaubaren Ort aufgestellt werden.

10. Vogeltränke nicht vergessen

Wer sich fleißig am Futter bedient, der hat natürlich auch schnell Durst. Eine Wasserquelle anzubieten, kommt vielen Vogelfreunden aber nicht sofort in den Sinn. Schließlich gehen sie davon aus, dass es zumindest Wasser in der Natur noch in Hülle und Fülle gibt.

Leider ist aber auch das mittlerweile nicht mehr wahr. Während die Wasserquellen im Sommer austrocknen, frieren sie im Winter zu. Auch Schnee kann nicht problemlos als Wasserlieferant genutzt werden.

Auch hier sind unsere Wildvögel somit auf Hilfe angewiesen. “Vögel füttern, aber richtig” beinhaltet daher auch immer das Aufstellen einer Vogeltränke, die ebenfalls täglich ausgespült und neu aufgefüllt werden muss. Dazu rät Ihnen auch der NABU.

Bonus: Auch Vögel im Sommer füttern

Vögel füttern im Winter ist längst gang und gäbe.Wieso liegt auch klar auf der Hand: Es ist kalt, Wildvögel haben weniger Energie und Futter ist in der Natur rar.

Viele sind allerdings überrascht zu hören, dass immer öfter auch der Aufruf laut wird, Vögel im Sommer zu füttern. Mit dem Rückgang ihres natürlichen Lebensraumes haben sie es nämlich auch im Sommer immer schwerer.

Um Ihren Gartenbesuchern unter die Arme zu greifen, können Sie ihnen daher auch in den heißen Tagen mit einem reich gedeckten Buffet im Vogelfutterhäuschen zur Seite stehen.

Fazit: “Vögel füttern, aber richtig” als Dauermotto

Halten Sie sich an die genannten Tipps, dann hat das Motto “Vögel füttern, aber richtig” auch bei Ihnen erfolgreich Einzug gehalten. Sobald Sie alle Punkte unserer Checkliste abgehakt haben, können Sie sich daher entspannt zurücklehnen und dem bunten Treiben in Ihrem Garten zusehen. Ihre Gartenvögel werden Ihnen die Mühe sicher danken und sich sichtbar wohler bei Ihnen fühlen.

Vielleicht haben Sie ja auch das Glück mit einem Nistkasten ein regelrechtes Vogelparadies schaffen zu können und so obendrein noch einen wichtigen Beitrag zum Artenschutz zu leisten.

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